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Auf dem Hausboot wohnen

Nicht wenige, die durch einen Hausboot-Urlaub "auf den Geschmack" gekommen sind, könnten sich auch vorstellen, auf Dauer auf einem Hausboot zu wohnen. Gerade in Deutschland ist die Nachfrage nach solchen Hausboot-Wohnungen inzwischen deutlich größer als das Angebot.

Vor allem sind die möglichen Liegeplätze für Boote in Häfen und Stadtgebieten generell begrenzt. Auch, weil es im Gegensatz zu unseren Nachbarn in den Niederlanden, für die das Wohnen am Wasser eine Selbstverständlichkeit ist, hier in Deutschland dies noch immer als eine exotische Art des Wohnens gilt.

Entsprechend gibt es dafür hierzulande keine einheitlichen Gesetze und Verordnungen in den Bundesländern und Kommunen. Behördliche Vorbehalte und nicht für das Wohnen auf Wasserstraßen zugeschnittene Bauvorschriften behindern und verzögern oft Genehmigungen. Generell werden bisher auch nur sehr wenige Liegeplätze behördlich überhaupt erst freigegeben.

 

Spezielle Kosten für das Boot

Ohne Strom und warmes Wasser will keiner mehr leben. Entsprechende Lösungen für Wasser-Zulauf und Ablauf sind also nötig.  Auch eine Wärmepumpe mit Wärmetauscher gehört fast schon zum Standard und immer wichtiger wird auch die Versorgung mit Strom durch Photovoltaik-Modulen, um zumindest teilweise unabhängig von einer zentralen Stromversorgung zu sein.

Trotzdem kommen die meisten Hausboote nicht ohne eine zentral von der Gemeinde bereitgestellte Infrastruktur aus. Die Kosten für Erschließung liegen meist deutlich im fünfstelligen Bereich. Erschlossene Gebiete sind rar, eine Durchleitung von Leitungen müsste je nach Lage gegebenenfalls auch noch Eigentümer benachbarter Grundstücke genehmigen. Auch für die Neugestaltung von Aufbauten auf dem Deck ist ähnlich wie am Land eine behördliche Baugenehmigung nötig. Jedes Hausboot wird regelmäßig auf seine ein Schwimmfähigkeit mit einem sogenannten "Schwimm-TÜV“ geprüft. All das kostet Zeit und meistens auch Geld.

Für Hausboote muss zudem ein Miete pro Liegeplatz an die jeweilige Gemeinde bzw. den Eigentümer des Liegeplatzes bezahlt werden. Die Tarife unterscheiden sich stark, liegen im Schnitt zur Zeit bei etwa fünf bis zehn Euro pro Quadratmeter und Jahr.  J

Hausboote kann man sich neu bauen lassen, Anbieter wie zum Beispiel die Floating Homes GmbH in Hamburg haben sich ganz auf dieses Thema spezialisiert. Alternativ kann man sich auch auf die Suche nach einem gebrauchten Boot begeben oder ein ursprünglich für andere Zwecke genutztes Boot von einem Architekten entsprechend den eigenen Bedürfnissen umbauen lassen.

Im sechsstelligen Bereich liegt man mit allen Alternativen natürlich sowieso und je nach Komfort und Größe sind die Grenzen nach oben hin weit offen. Günstiger als mit einer Eigentumswohnung an Land liegt man dabei finanziell nur in Ausnahmefällen, wenn viele Arbeiten in Eigenleistung erbracht werden.

 

Bootsliegeplatz mieten

Einige Städte wie Hamburg oder Berlin gehen inzwischen dazu über, in größerem Umfang Liegeplätze für Hausboote auszuweisen. Doch die Mobilität auf dem Wasser hat auch Nachteile. Meist kann bzw. will niemand Ihnen garantieren, wenn Sie einen Bootsliegeplatz mieten, dass der Legeplatz auf Dauer Bestand haben wird.

Manche Hafengebiete in Städten werden im Zuge von Neuplanungen verkleinert, aufgelöst und von den Städten an Investoren verkauft. Gerade, weil es schwierig ist, Ausweichlätze vor Ort zu finden, kann das irgendwann den Zwangsumzug in eine andere Stadt oder das Ende des persönlichen Hausboot-Traums bedeuten.

Diese Restunsicherheit sollte man bedenken, bevor man sich ernsthaft mit dem Kauf eines Hausbootes beschäftigt.